Moderne Faserschneidanlagen stellen die Spitze der photonischen Ingenieurtechnik dar, die auf die industrielle Materialbearbeitung angewendet wird. Diese Anlagen nutzen durch Dioden gepumpte Faserverstärker, die Laserstrahlung mit außergewöhnlicher räumlicher Kohärenz und spektraler Reinheit erzeugen. Die Lasersysteme verwenden ytterbiumdotierte Doppelmantelfasern mit Mantelpumpkonfigurationen und erreichen Ausgangsleistungen von 1 kW bis 60 kW bei einem Strahlqualitätsfaktor (M²) von typischerweise unter 1,2. Diese hervorragende Strahlqualität ermöglicht Fokusdurchmesser von bis zu 15 μm bei Rayleigh-Längen, die für bestimmte Materialdicken optimiert sind. Der Schneidprozess beruht auf einer präzise gesteuerten thermischen Durchdringung, bei der die Laserenergie mit den Materialien über Wellenlängen- und materialeigenschaftsabhängige Absorptionskoeffizienten interagiert. Moderne Systeme verfügen über dynamische Strahlsteuerung mit programmierbarer Fokusverschiebung bis ±10 mm sowie Frequenzmodulation von kontinuierlichem Betrieb bis hin zu gepulstem Betrieb mit bis zu 50 kHz. In der Schiffbauindustrie werden beispielsweise 35 mm Baustahl mit 15-kW-Lasern bei 1,0 m/min bearbeitet, wobei Schnittbreiten von 0,4 mm und exzellente Kantenrechteckigkeit erzielt werden. Die Technologie erweist sich als unverzichtbar in der Druckbehälterfertigung, wo 8-kW-Systeme 12 mm Kohlenstoffstahl mit 3,5 m/min schneiden und dabei die Materialintegrität in den wärmebeeinflussten Zonen unter 100 μm bewahren. Für architektonische Anwendungen erzeugen Faserlaser komplizierte Muster in 5 mm Messingblechen mit Schneidgeschwindigkeiten von 6 m/min und minimaler thermischer Verzug. Hersteller von Luftfahrtkomponenten nutzen die Technologie zur Bearbeitung von 8 mm Titanlegierungen mittels stickstoffunterstützten Schneidens, das oxidationsfreie Kanten liefert. Fortschrittliche Systeme verfügen über integrierte Bildverarbeitungssysteme zur automatischen Teileerkennung sowie Präzisionsstichprotokolle, die die Entstehung von Spritzern minimieren. Das Betriebskonzept umfasst eine Smart-Factory-Anbindung über eine OPC-UA-Schnittstelle für Echtzeit-Produktionsüberwachung und Vorhersagen zur vorausschauenden Wartung basierend auf der Analyse des Verschleißes optischer Komponenten. Die wirtschaftlichen Vorteile zeigen sich in reduzierten Verbrauchskosten, wobei die Lebensdauer der Düsen auf 300 Schneidstunden verlängert wurde, sowie im Wegfall externer Gaserzeuger für das stickstoffunterstützte Schneiden. Für anwendungsspezifische technische Beratung und detaillierte Prozessdemonstrationen steht unser technisches Team weiterhin zur Verfügung, um umfassende Unterstützung sowie maßgeschneiderte Anlagelösungen anzubieten.